Wieso wir Casual Dating nicht länger in einem negativen Licht sehen sollten

Jeder kennt es, ob am eigenen Leib erfahren oder nur aus Erzählungen: Man trifft sich mit jemandem, führt nicht wirklich eine Beziehung, aber schläft ab und zu miteinander. Und bei jedem Familientreffen kommt die Frage, ob man denn schon einen Partner bzw. eine Partnerin habe. Schlimmer noch, manchmal folgt die Frage, wieso man denn noch Single ist. Häufig ist das nett von den Verwandten gemeint, die damit suggerieren wollen, dass man doch attraktiv sei und sicher die anderen Menschen nicht gut genug für einen seien. Doch die Antwort, man wolle zur Zeit einfach keinen Partner, gibt selten jemand. Noch seltener, quasi nie, erzählt man von dem aktuellen Verhältnis, das allerdings nicht die Art Beziehung ist, die die Verwandten sich für eine Person erhoffen.

Womöglich ist genau das der Grund, weshalb man es nicht erzählt: Sie würden es nicht gut finden oder auch nicht verstehen, und auf die folgende Diskussion hat man zwischen Kaffee und Kuchen keine Lust. Aber man sollte sich dafür einsetzen, dass diese Begründung nicht mehr gegeben werden kann – dafür, dass in Zukunft mehr Toleranz für neue Arten einer Beziehung bestehen mögen, die man vorher vielleicht als eine falsche oder gar schlicht keine Beziehung gehalten hat. Singlely – Die Sex Seite im Internet sind nicht zwangsläufig unseriös.

Wir leben in einer Zeit, in der Toleranz das Gebot der Stunde ist. In fast jeder öffentlichen Diskussion, die nur entfernt an Werten und Normen orientiert ist, kommt früher oder später das Wort Toleranz auf. Doch in Beziehungsfragen wird die Toleranz selten ins Feld geführt – und wenn doch, dann in mindestens 50% der Fälle von Menschen, die damit zu verteidigen suchen, dass sie eine Meinung zu den Beziehungen anderer Menschen haben, die sie doch eigentlich schlicht und einfach nichts angehen.

Jetzt, wo in den letzten Jahren endlich das Online-Dating (verschiedene Dating Seiten: http://www.singlely.net/dating-seiten/) und mit ihm auch die zugehörigen Plattformen wie ElitePartner und Parship die nötige Anerkennung gefunden haben, wäre es doch auch an der Zeit, den Horizont zu erweitern, was Beziehungen angeht. Homosexuelle Menschen können langsam davon träumen, in allen Gegenden bestimmter Länder als gleichwertig akzeptiert zu werden. Aber Frauen, die sich nicht binden wollen und trotzdem Befriedigung suchen, ist dieses Glück nicht vergönnt. Männer werden für das gleiche Verhalten oft von anderen Männern sogar noch gerühmt, Frauen hingegen wird sofort Promiskuität vorgeworfen. Diese ist möglicherweise auch gegeben, aber mit dem Vorwurf ist nicht die Promiskuität an sich gemeint, sondern hauptsächlich der negative Beigeschmack verbunden, eine Frau sei käuflich oder habe gar die Kontrolle über ihr Leben verloren, wenn sie so handelt. Und es heißt hier bewusst „handelt“, denn Handeln setzt ein Bewusstsein voraus, das jedem Menschen mit der allgemeinen Würde des Menschen nach Kant zugestanden wird. Wieso wird dieses bewusste Handeln nicht akzeptiert? Es ist genauso ein bewusstes Handeln wie das derer, die sich einen Partner suchen, mit ihm zusammenkommen und vielleicht nach ein oder zwei Jahren schon wieder Single sind. Man sollte Respekt anderen Menschen gegenüber haben, das sagt man jedem Kind. Es scheint, als fehle vielen Erwachsenen diese wichtige Lektion.

Über radio-evergreen.de